
Meine Route vom
Pembrokeshire Coast Path
3. Wandertag
Von Manorbier nach Bosherston
16 km 580 hm
Ich startete am Morgen beim Manorbier Beach, in der Nähe vom Castle. Ich hatte heute einen straffen Zeitplan, weil ich gelesen hatte, dass der letzte Bus in Bosherston (wo genau, werde ich hoffentlich vor Ort herausfinden) bereits um 16:30 Uhr abfährt.
Manorbier Beach
Der Strand an sich ist nicht so schön, eher wild mit vielen Steinen und kaum Sand. Allerdings hast du nochmal eine tolle Aussicht auf das Castle. Das gibt dir das Gefühl von etwas Magischem und macht es definitiv wieder wett.


Ich stapfte also vorbei an dem Castle, sah sofort das erste Schild mit dem Eichelsymbol und kämpfte mich die Dünen hoch.
In solchen Situationen wusste ich nicht, was besser war: Dieses ewig hohe Gras mit dem ganzen Gestrüpp und teils auch Dornengebüsch an dem ich ständig hängenblieb oder dieser ätzende weiche Sand, in dem ich bei jedem Schritt mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken wieder versank und gefühlt keinen Meter weiter kam.
Sei richtig angezogen!
Ich war auf jeden Fall froh, eine lange Hose und Wanderstiefel angezogen zu haben, sonst wäre ich umgeknickt und hätte mir die kompletten Beine an den Dornen aufgerissen, von den Zecken und Kleinvieh in dem hohen Gras ganz zu schweigen…
Auch hier wieder wäre ich ohne meine Wanderstöcke kläglich gescheitert. Ich konnte mich mit deren Hilfe aus dem Sand hochdrücken und die dornigsten Äste von meinem Körper abwehren.
Swanlake Beach
Nach ca. zwei Kilometern erreichte ich bereits den nächsten Strand: Swanlake Beach. Hier war wenigsten der Trampelpfad einigermaßen frei und ich wurde belohnt mit einer wunderschönen Aussicht, ganz zu schweigen von der Sonne, die die Küste wunderbar anstrahlte.
Ich begegnete auf dem Weg einer Einwohnerin, die mir erzählte, dass sie gleich schwimmen wird. Ich fragte sie, ob es dafür nicht viel zu kalt sei. Sie lachte und meinte, wenn nicht jetzt, wann dann. Das Wasser habe schließlich ganze 16 Grad.
Verrückt! Der Wind fegte um uns herum, ich hatte eine Jacke an und die wollte da nur im Badeanzug ins Wasser? Das musste ich sehen!
Also ging ich den weiten Weg runter zum Strand.

Öffentliche Toiletten
Nach ca. einer halben Stunde bin ich auf ein Café gestoßen und gleich hineingegangen. Man muss hier wirklich jede Toilettenmöglichkeit nutzen, den es gibt nicht so viele. Nach dem ich bestellt hatte und die Toilette aufsuchen wollte, deutete er um das Café herum.
Es gab tatsächlich öffentliche Toiletten. Hätte ich das mal eher gesehen!

Der Weg zur Barafundle Bay
Heute war offenbar Beachhopping angesagt, denn der nächste Strand wurde bereits hier ausgeschildert, was sehr ungewöhnlich war. Zuerst folgte der Weg durch ein kurzes Waldstück mit einem dahinter liegenden Car Park. Hier waren außergewöhnlich viele Menschen, die offenbar alle zu diesem Strand wollten. Da die letzten Strände nahezu menschenleer waren, wusste ich nicht, was ich davon halten sollte. Ich schloss mich der Menschenmasse an und fragte mich, ob es wirklich wert war mit dem gesamten Zeug so lange hinlaufen zu müssen, da es schließlich genug andere Strände mit Parkplätzen in der Gegend gab.
Es waren viele Familien dabei, die Decken, Essen, Trinken, Kinder und das ganze Spielzeug im Schlepptau hatten. Der Weg vom Car Park bis zum eigentlichen Strand ist locker eine halbe Stunde Fußmarsch, was gerade mit den kleineren Kindern nicht einfach sein dürfte.
Als ich endlich bei der berühmten Barafundle Bucht angekommen war, hatte ich es verstanden: Es war wie im Paradies. Diese Bucht ist nicht umsonst mehrmals zur schönsten Bucht des Jahres gewählt worden.
Du hast einen wunderbaren Blick auf die grün bewachsenen Klippen, der Strand ist rein und feinkörnig, das Wasser hat einen schönen Grünton.
Das alles wird abgerundet von der kleinen Mauer mit dem süßen Torbogen, der runter zum Traumstrand führt. Ich war so ergriffen von der Schönheit, dass es mich Einiges gekostet hat, mich davon zu lösen und weiter zu gehen.

Zum Glück ließ der nächste Strand nicht lange auf sich warten. Es sollten nur wenige Kilometer zum Broad Haven South Beach sein.
Sei vorsichtig in der Nähe der Klippen!
Diese hatten es leider in sich. Es ging ständig rauf und runter und es fegte ein Wind an den Klippen, dass ich aufpassen musste, dass der Wind mich nicht die Klippen hinunterschubst. Der Wind zerrte an meinem Rucksack und das Kopftuch musste ich auch zusätzlich mit meinen Händen festhalten. Zum Glück war das Gras nicht ganz so hoch. So konnte ich etwas Abstand halten musste nicht den eigentlichen Trampelpfad nehmen, der nur einen halben Meter von der Klippe entlang führte. Das wäre sonst sehr gefährlich geworden.

Wenigstens war der Weg dahin aufregend durch die Klippen, bei denen es immer wieder kleine versteckte Buchten zu entdecken gibt.


Ich war total durchgefroren und konnte durch den Regen nicht viel sehen. Es ist richtig dunkel geworden, so ganz alleine da draußen mit diesem Wetter war es doch etwas unheimlich. So war die größte Hoffnung, dass es beim Strand zumindest etwas windgeschützter war.

Broad Haven South Beach
Der Broad Haven South Beach tauchte wie aus dem diesigen Nichts im Nebel auf und ich musste noch dreimal einen großen Fels umrunden, bis er direkt vor mir lag. Der Strand war unfassbar riesig und schlängelte sich scheinbar endlos s-förmig wie eine Straße am Meer entlang. Es war unmöglich von der vollen Länge ein Foto zu machen.

Das muss man einfach in echt vor sich sehen, anders kann ich es nicht beschreiben. Mit Hilfe einer kleinen Brücke kommst du zum Strand auf der gegenüberliegenden Seite. Bei Ebbe kannst du auch einfach über die Steine durch das Wasser laufen. Überall sind kleine Flussarme, die sich mit dem Meer wieder verbinden.

Da es bereits 18 Uhr war und heute kein Bus mehr fahren würde, blieb mir nichts anderes übrig, als ein Taxi zu nehmen. Ein Einheimischer riet mir, zum Dorfkern von Bosherston zu gehen, dort gäbe es einen Pub, das St. Govans Inn. Von dort aus wäre es kein Problem ein Taxi zu rufen.
Hier an den Strand würde jedoch keines her fahren.
Die Lily Ponds von Bosherston
Dies bedeutete leider für mich, drei weitere Kilometer hungrig und durchgefroren gehen zu müssen. Zumindest kam ich an dem für Bosherston berühmten Seerosenteich (Lily ponds) vorbei. Die eigentliche Attraktion fand ich jetzt nicht so besonders, allerdings war die Seeanlage groß und der zugehörige Trail schön angelegt. Das Gesamte war dann doch wieder ganz nett anzusehen. Dafür aber die drei Kilometer extra zu laufen…naja.

In Bosherston selbst war ich dann doch etwas von dem „Dorf“ überrascht. Mehr als fünf Häuser waren da nicht zu sehen. Es gab sogar ein Schulhaus! Trotzdem sahen die Häuser total niedlich aus.


St. Govans Inn
Das Essen dort war köstlich und kann ich nur empfehlen. Es gab wohl auch die Möglichkeit dort zu übernachten. Vermutlich ist es die einzige Unterkunft, die direkt auf dem Pembrokeshire Coast Path liegt.
Dolphin Hotel
Sie hatten sogar Visitenkarten von verschiedenen Taxi-Unternehmen aus Pembroke, wo ich meine Unterkunft für die nächsten Tage gebucht hatte. Für „nur“ 30 GBP für 12 Kilometer, fuhr ich nach dem Essen zu meiner nächsten Bleibe, dem Dolphin Hotel in Pembroke Dock.
Die Lage erwies sich als ausgezeichnet. Die Gegend in Pembroke Dock war nicht sehenswert, aber die Bushaltestelle war nur 100m entfernt, ein größerer Supermarkt und sogar ein Waschsalon war um die Ecke.
Das Hotel hatte ein Restaurant, das Zimmer war sauber und es gab zahlreiche Pubs in der Nähe.
Nur die W-Lan-Verbindung hätte besser sein können und war leider nur von einer Ecke im Zimmer aus gut. Ich kann das Hotel auf jeden Fall empfehlen, es war auch mit knappen 70 GBP inkl. kleinem Frühstück günstig.
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2 Kommentare
Cool :-)
Cool, da würd‘ ich auch gern mal wandern gehen 😉 Super schöne Bilder, bestimmt eine tolle Route!
Nadine
Es freut mich sehr, dass ich dich inspirieren konnte!
Die Gegend ist wirklich wunderschön und die Route ist auch für Anfänger geeignet.