
Meine Route vom
Pembrokeshire Coast Path
2. Wandertag
Von Tenby nach Manorbier
13 km 300 hm
Manorbier
Manorbier ist ein kleines Dorf, das besonders für das Manorbier Castle bekannt ist.

Es regnete, also saß ich am Morgen gemütlich bei einem leckeren Frühstück in dem Café Manorbier House. Das ist mehrfach ausgezeichnet, befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Castle, einer Bushaltestelle und den meisten Unterkünften in Manorbier.
Der einzige Nachteil: Es öffnet erst um 10:00 Uhr. Da in dieser Gegend aber alles erst so spät öffnet, machte es keinen Unterschied.
Danach besuchte ich das Manorbier Castle. Es handelt sich um ein Castle aus dem späten 11. Jahrhundert. Geöffnet ist es von Mitte März bis Anfang November.
Ich war erstaunt, wie groß es immer noch war, trotz des Verfalls. Hauptsächlich die liebevollen Details haben mich beeindruckt. Dazu aber noch mehr.
Den Eintrittspreis von 6,5 GBP bezahlt man entweder im Tickethäuschen oder wenn das geschlossen ist, in dem kleinen zugehörigen Café.
Lass es dir im Café schmecken!
Dort hat es so fantastisch nach frischem Gebäck geduftet, dass ich mich total geärgert habe, bereits satt zu sein. Die komplette Theke war voller köstlicher traditionell englischen Gebäckstücken. Ich hatte schon ewig keine Scones mehr; hier wäre ich definitiv fündig geworden.
Für alle, die schon immer mal in einer Burg übernachten wollten:
Daneben gibt es sogar ein Haus für eine Gästeunterkunft.

Gib deinen Rucksack im Café ab!
Die Atmosphäre war warmherzig und die Bedienung hat mir sofort angeboten, meinen kleinen Tagesrucksack hier zulassen, weil es ansonsten schwierig sei, das Castle richtig zu erkunden. Recht hatte sie.
Ich musste mich teils bücken und die Treppen zu den Türmen waren teils so eng, dass ich mich gefragt habe, wie man da mit dem Rucksack hochkommen soll, ohne stecken zu bleiben.

Im Inneren erwarten euch teils Räume, die quasi leer sind und deren Alter man sehen und aufgrund des leicht modrigen Geruchs riechen kann.

Dann gibt es auch Räume, die liebevoll eingerichtet sind. Besonders gefallen haben mir der Raum mit mittelalterlichen Spielen und Utensilien zum Verkleiden oder auch das Verlies mit der Legende von Captain Jolly Jack Furze. Das Castle steckt voller Geschichten, manche werden auf Täfelchen an der Wand erzählt. Es ist auf jeden Fall auch für Kinder eine wahre Freude.


Auch hier gibt es einen Turm, der euch eine schöne Aussicht bis auf den Strand ermöglicht. Nimm dir genug Zeit um alles anzusehen, es lohnt sich jede Treppe rauf und runter zu gehen, du weißt nie, was dich hinter der nächsten Tür erwartet und wo du am Schluss wieder herauskommst.

Nutze die Gelegenheit aus den vielen Fenstern zu sehen.
Das Castle ist umgeben von sanften grünen Hügeln, saftigen Wiesen und der Strand verbunden mit dem Meer ist nicht weit. Sogar eine niedliche Kirche ist in der Nähe. Hier ist so idyllisch, dass es sich wie in einem verwunschenem Märchen anfühlt.

Danach bin ich mit dem Bus wieder nach Tenby gefahren, da ich mir am gestrigen Tag nicht alles anschauen konnte. In kleineren Orten ist es nicht einfach, die Bushaltestelle zu finden. Meist befindet sich zumindest eine Bank an dem Ort, wo der Bus halten wird. Aber die entsprechenden Schilder sind nicht immer da. Ich habe daher oft die Waliser gefragt, nicht dass ich auch noch den einzigen Bus in den nächsten Stunden verpasse.
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Tenby nach Manorbier 13 km 300 hm
Am späten Nachmittag ging ich vom South Beach in Tenby weiter hoch zur Straße Richtung Manorbier vorbei an dem schönen Garten des Atlantic Hotels. In der Nähe des Weges befindet sich ein Golfplatz. Wenn du dort entlang läufst, befindest dich fast wieder auf dem eigentlichen Weg.
Nach nur wenigen Kilometern triffst du endlich auf die Atlantikküste und läufst endlich den Weg, der den Pembrokeshire Coast Path ausmacht. Tosende Wellen knallen an die Klippen, du kannst das Salz schmecken, das Meer erstreckt sich in voller Länge vor dir und du bist umgeben von grünen Wiesen während du stets dem kleinen Trampelpfad, nahe der Klippen folgst.
Dieses Gefühl ist einfach herrlich. Ich wollte, dass es nie wieder aufhört.


Das Auf und Ab des hügeligen Pfades machte mir total Spaß.
Ich brannte immer darauf zu erfahren, was sich hinter dem nächsten Hügel befindet.
Das Gefühl verschwand ganz schnell, als sich ein riesiger Fels vor mir auftat und meine Uhr und mein Handy sagten, dass ich dort hoch musste. Auch zwei weitere Wanderer machten sich bereits daran, den Berg hochzukraxeln.

Vergiss den Berg!
Oben angekommen, musste ich feststellen, dass es dort nicht weiter ging. Mit dem Rucksack war es nicht so leicht dort wieder herunter zu kommen, da ich bisher keine Klettererfahrung hatte. Ich war so dankbar, dass ich heute nur den Tagesrucksack auf dem Rücken hatte. Daher mein Tipp: Vergiss den Berg und gehe rechts weiter! Du kannst dir bei dieser Kletteraktion alles brechen und damit wäre dein Wanderurlaub zu Ende bevor er richtig begonnen hat.
Der Weg nach rechts führte mich weiter zu meiner ersten walisischen Tierbegegnung: Den Schafen. Du solltest dich besonders vor deren Ausscheidungen in Acht nehmen. Die liegen wirklich überall wie in einem Mienenfeld herum.

Lydstep Beach
Mein nächstes Zwischenziel sollte der Lydstep Beach sein. Der Sand war nicht so ganz fein und hatte teils kleine Steine. Ich blieb nicht lange, da ich noch nach Manorbier kommen wollte bevor es dunkel war.

Church Door Cove
Wenn du dem Weg folgst, landest du beim berühmten Church Door Cove, einer Felsformation im Meer in der Nähe der Klippen, die ein riesiges Tor formt. Leider hat sich an dem Punkt das Wetter so zugezogen, dass ich es kaum sehen konnte, so neblig und regnerisch war es plötzlich.
Sei auf plötzliche Wetterwechsel vorbereitet!
Darauf musst du übrigens gefasst sein: An der Küste verändert sich das Wetter schlagartig. Vor ein paar Minuten hast du noch mit der Sonne um die Wette gestrahlt und plötzlich fegt dir der Wind um die Ohren, Regentropfen fliegen dir in die Augen und du kannst kaum noch etwas in der Ferne sehen, so diesig ist es um dich herum geworden.
Skrinkle Haven Beach
Aufgrund des ungemütlichen Wetters habe ich wohl leider auch den Skrinkle Haven Beach verpasst, der gleich darauf folgt. Im Nachhinein ärgere ich mich tierisch, eine kleine Abkürzung nach Manorbier genommen zu haben, um eher bei der Unterkunft anzukommen. Die Bilder im Internet sehen traumhaft aus. Also mach nicht den gleichen Fehler wie ich und genieße die wohl spektakuläre Aussicht!
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