Europa,  Wanderreisen

Meine Route vom
Pembrokeshire Coast Path
5. Wandertag

Von Freshwater West Beach nach Angle 

9 km 310 hm

Ich nahm den ersten Bus am Morgen und landete am meinem gestrigen Endpunkt, dem Freshwater West Beach. Dort wurde ich von strahlendem Sonnenschein begrüßt und einen so heftigen Wind, dass der tobende Wind dem Namen alle Ehre machte. 

Der Sand flog mir um die Ohren als ich in den Dünen bei Gegenwind durch das hohe Gras wanderte. Ich zwang mich, meinen Blick von den Windsurfern mit ihren coolen Stunts und den wunderschönen Anblick des Strandes loszureißen. 

Der Strand war bei Sonnenschein wirklich einer der schönsten in Wales. Nur dann kam diese wilde, raue Schönheit und die unendliche Weite zur Geltung. Mit den hellen wehenden Gräsern und dem dunkelblauen Meer mit der Gischt einfach unvergesslich. 

Da ich jedoch überall gelesen und gehört hatte, wie herausfordernd die heutige Etappe sein sollte, musste ich weitergehen.

Zur Etappe

Es ging wirklich einige Male extrem auf und ab. Die Küstenwanderung war sehr abwechslungsreich. Einige Treppenstufen waren etwas knifflig beim hinuntergehen. Ich persönlich fand allerdings die ersten zwei Etappen wesentlich anstrengender.

Sei gefasst auf traumhafte Ausblicke auf die Küste mit ihrem tiefblauen Meer mit malerischen grünbewachsenen Felsen. Auf dem Weg überquerst du auch eine Pferdekoppel und triffst mit etwas Glück auf Pferde.

Auch eine Ruine wirst du am Rande der Küste entdecken.

Die Strecke war so schön, dass ich total enttäuscht war, als ich nach drei Stunden mit unzähligen Fotos und Aussichtstops bereits am Angle Beach angekommen war. Charakteristisch für den Angle Beach ist der idyllische Anblick der Festung, die umgeben vom Meer nahe der Bucht liegt.

Die Festung am Angle Beach

Da ich solche kurzen Wanderungen gar nicht mehr gewohnt war, musste ich kurz überlegen, was ich noch heute mit dem Rest des Tages anfangen konnte.

Meine Café-Empfehlung

Zuerst ging ich in das Wavecrest Cafe. Das Café ist mehrfach ausgezeichnet und wird von jedem in der Region empfohlen; zu Recht. Wer auf regionale Küche, insbesondere Seafood steht und gerne leckere Kaffees trinkt, ist hier an der richtigen Stelle. 

Herausragend war vor allem der Service. Ich wollte unbedingt den nächsten Bus erwischen und noch zur St. Govan´s Chapel zu fahren, die ich leider auf der Alternativroute zum Freshwater West Beach nicht erreichen konnte. 

Daher fragte ich, ob es möglich sei, das Essen in sehr kurzer Zeit zu erhalten, da der Bus in 20 Minuten kommen würde. Das Essen inklusive Kaffee war in weniger als 5 Minuten am Tisch obwohl noch zahlreiche andere Gäste dort waren. 

mein köstliches Essen im Wavecrest Cafe

Danach nahm ich den Bus mit der üblichen Linie 387. Falls du auch noch nicht da warst und mit dem Bus dorthin fahren möchtest, vergewissere dich unbedingt, dass der Bus dort auch hält. Zu St. Govan´s Head fährt der Bus nicht immer. Von dort aus ist es nur ein kurzer Fußweg zur alten Steinkapelle.

Informiere dich vorab darüber, ob der Weg passierbar ist, weil du das Militärgelände überqueren musst. Weitere Infos hierüber findest du auf meinem Blog unter diesem Link.

St. Govan´s Chapel

Inmitten von Kalksteinfelsen am Fuße des Meeres liegt etwas verborgen die Kapelle des heiligen Govan.
Die eigentliche Kapelle wurde erst im 13. Jh. erbaut. Die ältesten Überreste der Kapelle sind jedoch nachweislich aus dem 6. Jahrhundert. Es gibt zahlreiche Legenden und Mythen, die diesen Ort so interessant machen.

Die Legende zur St. Govan´s Chapel

Im 6. Jh. kam ein Heiliger namens Govan zu der Steinkapelle, die damals wohl eher eine Art Höhle war. Er versteckte sich in der Nähe unterhalb in einem Felsspalt der Klippen als er auf Piraten stieß und von diesen verfolgt wurde. Dort wartete er, bis die Piraten weitersegelten. 

Zu ängstlich, das für ihn sichere Versteck zu verlassen, beschloss er, dort für immer zu leben. Er ernährte sich von frischem Fisch und trank das Wasser aus einem Brunnen in der Nähe. Er besaß auch eine magische Glocke, die er immer benutzte um andere vor herannahenden Piraten zu warnen. 

Genervt von dieser Glocke, schafften es die Piraten eines Tages, diese zu stehlen. Darauf folgte ein gewaltiger Sturm und die Piraten ertranken im Meer.

Ein paar Engel brachten dem heiligen Govan die magische Glocke wieder. Um einen weiteren Diebstahl zu verhindern, versanken sie die Glocke in einem riesigen Fels. Wann immer Govan andere Personen vor den Piraten warnen wollte, musste er von nun an einfach nur den Stein antippen. Der Klang der Glocke war tausendfach stärker als zuvor. 

Bis heute soll man den magischen Felsen noch sehen können. 

Es gibt an diesem Ort noch ein paar weitere Mythen. Beispielsweise darfst du dir etwas wünschen, wenn du an der besagten Felsspalte stehst und diese danach umrundest, an der der heilige Govan bis zu seinem Tod gelebt hat.

Oder auch, dass die Stufen, die zu den Felsen hinunter führen, beim hoch und runtergehen nie die gleiche Anzahl haben werden.

Der Ort hat definitiv etwas Magisches, also probiere es aus!

Ich persönlich bin nicht ganz nach unten gelaufen. Man muss schon genau aufpassen. Dort sind so viele rutschige, kippende Steine, da wollte ich als ungeschickte Wanderin nichts riskieren.

Du kannst dort unten jedoch noch sehr weit in beide Richtungen laufen und alles erkunden!

Robbensichtungen

Wenn du etwas Glück hast, kannst du dich auf ein weiteres Highlight freuen:
Die Beobachtung von Robben!

Ab und zu werden hier an der Küste Robben gesichtet, besonders in der Paarungszeit. Hierfür solltest du aber unbedingt ein Fernglas oder eine Superzoomkamera bei dir haben, sonst wirst du kaum etwas erkennen können. 

Ich konnte auch nur die Robbe sehen, als mich ein älterer Herr auf einen schwarzen Punkt im Meer aufmerksam machte, der verschwand und woanders wieder auftauchte. Zum Glück hatte ich meine Superzoom Kamera dabei und konnte die Robbe sehr gut durch die Linse beobachten.

Damit du verstehst, was ich meine, kommt hier der Vergleich:

Die Sicht mit einer normalen Kamera
Hier der Superzoom

Also immer schön die Augen offen halten und Daumen drücken! 

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